AEVO Prüfung

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AEVO Prüfung

Gemäß §1 der AEVO „haben Ausbilder und Ausbilderinnen für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach dieser Verordnung nachzuweisen. Dies gilt nicht für die Ausbildung im Bereich der Angehörigen der freien Berufe“.

Die Ausbilder Eignungsverordnung sieht gemäß § 4 Nachweis der Eignung den Nachweis in Form einer Prüfung vor.

Link AEVO Gesetzestext

Sie gliedert sich in einen schriftlichen und praktischen Teil. Der praktische Prüfungsteil unterteilt sich zusätzlich in einen praktischen (Präsentation oder praktische Durchführung) und einen mündlichen Teil (Fachgespräch).

Der Ablauf der Prüfung wird von den Kammern unterschiedlich ausgestaltet.

Die Unterschiede betreffen:

1.Die Vorlaufzeiten bei der Anmeldung zur Prüfung

2.Bei der schriftlichen Prüfung

2.1 die Prüfungsform

2.2 die Aufgabenform

3.Bei der praktischen Prüfung

3.1 Die unterschiedliche Dauer der beiden Prüfungsteile

3.2 Die Form des praktischen Teils

3.3 Die Gestellung des Auszubildenden

3.4 Vorlage, Umfang und Anzahl der schriftlichen Planung ( Konzept)

 

1.Vorlaufzeiten bei der Anmeldung zur Prüfung

Je nach Größe der Kammer werden unterschiedlich viele Prüfungen durchgeführt. So prüft die IHK Köln an neun Monaten, andere Kammern setzen eine Prüfung an, wenn genügend Anmeldungen vorliegen. Im Normalfall beträgt die Vorlaufzeit zwischen Anmeldung und Prüfungstermin sechs bis acht Wochen, bei kleineren Kammern bis zu vier Monaten.

Fanden früher die schriftlichen Prüfungen am ersten Dienstag des Monats statt, gehen die IHKs aufgrund der hohen Nachfrage dazu über ab dem ersten Werktag der nicht auf einen Feiertag fällt zu prüfen. Die praktischen Prüfungen folgen nicht am gleichen Tag sondern an den folgenden Werktagen.

 

2.Bei der schriftlichen Prüfung

2.1 die Form der schriftlichen Prüfung

Der Großteil der Prüfungen wird in Papierform durchgeführt. Jeder Prüfling erhält bei der bis zu 180 Minuten dauernden Prüfung ein Aufgabenheft mit ca. 70 Fragen die sich auf verschiedene berufsneutrale Ausgangssituationen beziehen. Die Antworten werden auf einem gesonderten Lösungsbogen handschriftlich eingetragen.

Bei der anderen Form der Prüfung handelt es sich um eine PC gestützte Prüfung, bei der die Prüfung ausschließlich an einem Computer durchgeführt wird (zum Beispiel IHK Berlin und 37 andere).

2.2 die Aufgabenform

Die Aufgaben können in Form von Multiple-Choice, offenen-, Lückentext- oder Zuordnungsfragen gestellt werden. Die Anzahl der richtigen Antworten ist vorgegeben. Es gilt das „Alles oder Nichts Prinzip“; nur wenn alle richtigen Antworten gegeben wurden, gilt die Aufgabe als korrekt beantwortet.

2.3 Zugelassene Hilfsmittel

Viele Kammern lassen die Verwendung von unkommentierten Gesetzestexten LINK einbauen zu, andere, wie zum Beispiel die IHK Köln stellen neutrale Werke zur Verfügung.

Link Hilfsmittel Liste:

 

3.Bei der praktischen Prüfung

Die praktische Prüfung soll gemäß §4 (3) AEVO 30 Minuten nicht überschreiten. Sie besteht aus einem praktischen Teil und dem anschließenden Fachgespräch

Der praktische Teil (Präsentation oder praktische Durchführung) soll die Dauer von 15 Minuten nicht überschreiten. Für den praktischen Teil wählt der Prüfungsteilnehmer eine berufstypische Ausbildungssituation aus. Der Praktische Teil kann aus einer Präsentation oder einer praktischen Durchführung einer Ausbildungseinheit bestehen.

Das Fachgespräch erfolgt im Anschluss an den praktischen Teil. Hier ist die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation zu begründen, was die Inhalte der in §3 der AEVO vorgeschriebenen vier Handlungsfeldern eingeschliesst.

 

3.1 Die unterschiedliche Dauer der beiden Prüfungsteile

Die IHK Köln gibt ein Zeitfenster von 10 Minuten für den praktischen und die verbleibende Zeit für die Begründung der Kriterien für die Planung des Konzeptes und Durchführung der praktischen Unterweisung vor. Andere Industrie- und Handelskammern, wie z.B. Stuttgart, nutzen bis zu 15 Minuten für den praktischen Teil.

 

3.2 Die Form des praktischen Teils

Hier gibt es zwei Formen nämlich die Präsentation und die praktische Durchführung einer Ausbildungseinheit, jeweils gefolgt von einem Fachgespräch.

Bei der Präsentation handelt es sich um einen mediengestützten Vortrag über die Vermittlung eines Themas im Betrieb. Dieser Vortrag findet vor dem Prüfungsausschuss statt, ein Auszubildender wird dazu nicht benötigt.

Optische Darstellung Präsentation Link:

Bei der praktischen Durchführung einer Ausbildungseinheit wird die Vermittlung eines Ausbildungsinhaltes zusammen mit einem Auszubildenden durchgeführt.

Optische Darstellung Praktische Durchführung Link:

3.3 Die Gestellung des Auszubildenden

Bei der Präsentation wird kein Auszubildender benötigt, der Vortrag richtet sich an den Prüfungsausschuss.

Bei der praktischen Durchführung werden einer oder mehrere Auszubildende benötigt. Bei einigen IHKs, wie zum Beispiel Stade, wird der Auszubildende aus den Reihen des Prüfungsausschusses gestellt. Bei anderen IHKs, wie z.B. Rheinhessen, ist der Auszubildende selber mit zubringen. Im Allgemeinen handelt es sich hier um eine Person die den Auszubildenden verkörpert, teilweise wird hier ein tatsächlicher Auszubildender vorgeschrieben.

3.4 Vorlage, Umfang und Anzahl der schriftlichen Planung ( Konzept)

Während die AEVO keine schriftliche Planung des Ablaufes vorschreibt wird diese von den meisten Kammern gefordert. Der Umfang schwankt zwischen einem Themen Meldebogen (IHK Koblenz), einem Kurzkonzept (IHK Lüneburg) und einer Vorgabe von bis zu 10 Seiten (IHK Potsdam).

Auch der Zeitpunkt der Abgabe ist unterschiedlich, Abgabetermine zur schriftlichen oder schwerpunktmäßig zur praktischen Prüfung sind die Regel. Auch eine Vorabeinsendung ist möglich.

Die Anzahl der Kopien schwankt ebenfalls. Pro Prüfer ist ein Exemplar vorzubereiten, ein zusätzliches verbleibt bei der IHK. Die Anzahl wird im Einladungsschreiben vorgegeben und variiert zwischen drei- (HK Ostfriesland/ Aurich)und fünffach (IHK Nord Westfalen). Manche IHKs schreiben die Bearbeitung wie „gelocht und geheftet“ vor, andere schreiben auch die Schriftgröße und den Schrifttypus vor.

Weblinks: www.gesetze-im-internet.de/ausbeignv_2009/

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