Anpassung der Ausbildungsbedingungen an Frauen mit Kindern

Altenpflegerin

„Wer lauthals einen vermuteten Fachkräftemangel beklagt, sollte die Arbeitsbedingungen so anpassen, dass fähige Frauen, die wollen, auch mehr arbeiten können“ meint Thomas Straubhaar, einer der führenden Ökonomen Deutschlands im Kölner Stadtanzeiger vom 14.06.2016.
Auf den Umgang mit dieser Thematik stoßen wir  in meinen Seminaren im Handlungsfeld 2 „Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken“ im Bereich 5.1 „Rechtliche Grundlagen des Berufsausbildungsvertrages“. Ja, das klingt etwas langatmig, aber wer weiter liest ist klar im Vorteil 🙂 und im Seminar geht es deutlich lebendiger zu, versprochen.

Es geht um die zeitliche Flexibilität von Frauen mit Kindern die eine Ausbildung absolvieren möchten, oft aber vom engen zeitlichen Korsett der Ausbildungszeit abgeschreckt werden. Interessanter weise läßt das Berufsbildungsgesetz bei der Verkürzung der Ausbildungszeit auch eine wenig bekannte Möglichkeit zu. „Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auf Verkürzung auch auf die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit richten “ (§8 Abs.1 Satz 2 BBiG).
Es besteht also die Möglichkeit unter Beibehaltung der vollen Ausbildungszeit, zum Beispiel drei Jahre, die tägliche oder die wöchentliche Ausbildungszeit im Betrieb zu verkürzen. Diese Wahlmöglichkeit wurde geschaffen um ein eigenes Kind oder nahen Verwandten zu betreuen. Der Begriff der nahen Verwandten wird dann auch relativ eng gefasst, die Betreuung einer Tante wird im allgemeinen nicht als Grund für eine Verkürzung akzeptiert. Immerhin ist es ein erster gesetzlicher Schritt, darüber hinaus ist es auch Verhandlungssache mit meinem Ausbildenden wie ich den zeitlichen Rahmen der Ausbildung gestalte.

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