Das Lehrgespräch

Das Lehrgespräch

Mit Hilfe eines Lehrgesprächs sollen Informationen leicht verständlich und strukturiert an den Lernenden übermittelt werden. Es geht primär darum, die Einführung in ein neues Thema oder einen ganzen Themenkomplex mit kognitivem Hintergrund möglichst spannend zu gestalten. Zusätzlich kann ein Lehrgespräch aber auch zur Vertiefung bereits erlernter Inhalte dienen. Auszubildende haben dabei unter anderem die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen mitzuteilen und aufeinander zu beziehen. Das vorhandene Fachwissen soll aufgebaut und Zusammenhänge erkannt werden.

Um einen möglichst hohen Lernerfolg zu erzielen, sollte der Ausbilder einige wichtige Kriterien beachten:

• Das Gespräch muss im Vorfeld organisiert werden. Es ist wichtig, ein Thema zu verfolgen und auch ein klar erreichbares Ziel vorzugeben.
• Die Abzubildenden sollen zu eigenständigen Gesprächsbeiträgen angeregt werden
• Eventuell entstandene Fragen sollen umfassend beantwortet werden
• Am Ende eines Gesprächs sollte dieses noch mal reflektierend vom Auszubildenden zusammengefasst und gemeinsam bewertet werden

Ein Lehrgespräch gehört zu den entwickelnden und kognitiven Ausbildungsmethoden. Hierbei wird der Ausbilder zunächst die Führung des Gesprächs übernehmen und dann diese zunehmend dem Auszubildenden übertragen. Lehrgespräche können in Partner oder in Gruppengröße durchgeführt werden. In Gruppen-Lehrgesprächen ist es wichtig, dass die Teilnehmeranzahl nicht zu hoch ist und die Dauer von einer Stunde nicht überschritten wird. Eine kreisförmige Sitzordnung sowie Arbeitsmaterialien wie Flipcharts und Tafeln dienen dem effektiveren Informationsaustausch.
Generell besteht ein Lehrgespräch aus vier Phasen bei denen der Ausbilder unter anderem eine Führungsfunktion einnimmt.

• Vorbereitungs- und Einstiegsphase: Thema und Ziel des Gesprächs müssen klar und verständlich als kommender Lernzuwachs dargestellt werden. („Heute lernen Sie…“)
• Erklärungs- und Erarbeitungsphase: Der Ausbilder führt durch das Gespräch und übergibt zunehmend die Aktivität an den Auszubildenden, der sich das Thema erarbeitet
• Zusammenfassung und Kontrollphase: Der Auszubildende fasst das Gehörte und Gesehene zusammen um Sicherheit im Thema zu gewinnen
• Übungsphase: Der Auszubildende präsentiert dem Ausbilder das Erlernte. Die Ergebnisse des Gesprächs werden gemeinsam zusammengefasst und erläutert. Maßnahmen zur weiteren Verankerung werden abgestimmt.

Durch gezielte Fragen wird die Denkrichtung des Auszubildenden beeinflusst. Außerdem sollen die Ausbilder motivierend und aktivierend handeln, sodass die Lernenden mit in den Gesprächsfluss einbezogen werden. Um den Lernerfolg zu ermitteln, können am Ende des Gesprächs Kontrollfragen gestellt werden. Auch eine Präsentation der Inhalte durch den Auszubildenden ist möglich, um das Verständnis zu überprüfen. Eventuell nicht verstandene Inhalte werden im Anschluss ggf. erneut erläutert, um so das Verständnis zu stärken.

Das Lehrgespräch ist ein Teil der praktischen Ausbildereignungsprüfung nach der AEVO, bei welchem der zukünftige Ausbilder und der Auszubildende Hand in Hand arbeiten. Bei manchen IHKs ist es üblich, dass ein Prüfer den Auszubildenden ersetzt. Ob der Ausbilder „seinen“ Auszubildenden mitbringt oder einen gestellt bekommt ist aber abhängig von der jeweiligen IHK.
In meinen Kursen werden Sie umfassend auf die praktische Prüfung vorbereitet. Sie haben die Möglichkeit, den Ablauf eines Lehrgesprächs oder einer vier-Stufen-Methode gemeinsam mit mir zu Proben und sich entsprechend auf die erfolgreiche Prüfung vorzubereiten.

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