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Handlungsfeld 2 · Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung mitwirken

Assistierte Ausbildung und Einstiegsqualifizierung: Förderung durch die Agentur für Arbeit

Mit der Assistierten Ausbildung und der Einstiegsqualifizierung unterstützt die Agentur für Arbeit junge Menschen und Betriebe. Was hinter den Instrumenten steckt und wann sie sich lohnen.

5 Min. Lesezeitvon Oliver MischStand November 2026

Nicht jeder Bewerber passt auf Anhieb. Manche haben schwache Noten, aber im Praktikum gezeigt, dass sie anpacken können. Andere sprechen noch nicht sicher Deutsch, sind aber motiviert und geschickt. Wieder andere kommen mit Problemen aus dem privaten Umfeld, die die Ausbildung gefährden könnten. Viele Betriebe winken in solchen Fällen ab, weil sie fürchten, die zusätzliche Betreuung nicht leisten zu können.

Für genau diese Situationen gibt es Förderinstrumente der Agentur für Arbeit. Die beiden wichtigsten für Ausbildungsbetriebe sind die Assistierte Ausbildung, in ihrer aktuellen Form AsA flex genannt, und die Einstiegsqualifizierung, kurz EQ. Beide richten sich an junge Menschen, die Unterstützung brauchen, und entlasten gleichzeitig den Betrieb. Diese Seite erklärt, wie sie funktionieren und für wen sie infrage kommen.

Assistierte Ausbildung: das Grundprinzip

Bei der Assistierten Ausbildung bekommt ein junger Mensch Unterstützung durch einen Bildungsträger, den die Agentur für Arbeit beauftragt. Der Träger stellt eine feste Begleitperson, die sich um Lernförderung, um persönliche Probleme und um die Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses kümmert. Für den Azubi und für den Betrieb ist das kostenlos.

Der Zusatz flex steht dafür, dass die Unterstützung an den Bedarf angepasst wird. Ein Azubi kann intensive Begleitung bekommen, wenn es gerade schwierig ist, und weniger, wenn es läuft. Er kann auch erst mitten in der Ausbildung einsteigen, etwa wenn sich nach der Zwischenprüfung zeigt, dass es in einem Fach große Lücken gibt. In der Assistierten Ausbildung sind frühere Förderangebote wie die ausbildungsbegleitenden Hilfen aufgegangen, deshalb hörst du in älteren Betrieben manchmal noch die alten Namen.

Die Vorphase: Unterstützung vor der Ausbildung

Die Assistierte Ausbildung kann schon vor Ausbildungsbeginn starten. In der Vorphase hilft der Träger jungen Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, bei der Berufsorientierung, bei Bewerbungen und bei der Suche nach einem passenden Betrieb. Er bereitet sie auf Vorstellungsgespräche vor und arbeitet an Grundlagen, die für den Start in eine Ausbildung nötig sind.

Für Betriebe ist die Vorphase interessant, weil sie Bewerber mitbringt, die schon begleitet werden. Wer einen Kandidaten aus der Vorphase einstellt, hat oft von Anfang an einen Ansprechpartner beim Träger, der den jungen Menschen kennt. Das kann den Übergang erleichtern, gerade wenn ein Bewerber im Praktikum überzeugt hat, aber Unterstützung beim Lernen braucht.

Merke: Die Einstiegsqualifizierung kommt vor der Ausbildung, die Assistierte Ausbildung kann vorher und währenddessen helfen. Erster Ansprechpartner ist jeweils die Agentur für Arbeit.

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Die begleitende Phase: Unterstützung während der Ausbildung

Während der Ausbildung bietet der Träger vor allem drei Dinge: Förderung beim Lernen, etwa Nachhilfe in Fachtheorie, Mathematik oder Deutsch, sozialpädagogische Begleitung bei persönlichen Schwierigkeiten und Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung. Die Termine finden meist außerhalb der betrieblichen Arbeitszeit statt, manchmal auch in Absprache während der Arbeitszeit.

Ein Beispiel: Ein Azubi zum Maler und Lackierer hat praktisch keine Probleme, scheitert aber in der Berufsschule am Fachrechnen und an schriftlichen Aufgaben. Er bekommt über die Assistierte Ausbildung zweimal pro Woche Lernförderung. Gleichzeitig hilft die Begleitperson bei der Wohnungssuche, weil er zu Hause ausziehen musste. Ohne diese Unterstützung hätte das Ausbildungsverhältnis vermutlich nicht gehalten.

Auch der Betrieb kann Unterstützung bekommen, zum Beispiel bei der Verwaltung und Organisation der Ausbildung oder bei Fragen zum Umgang mit dem Azubi. Gerade kleine Betriebe ohne eigene Ausbildungsabteilung finden in der Begleitperson einen zusätzlichen Gesprächspartner. Die Verantwortung für die Ausbildung bleibt aber beim Betrieb.

Die Einstiegsqualifizierung als Brücke

Die Einstiegsqualifizierung ist ein betriebliches Langzeitpraktikum, das auf eine Ausbildung vorbereitet. Sie dauert mehrere Monate, höchstens ein Jahr, und findet im Betrieb statt. Die Inhalte orientieren sich an einem anerkannten Ausbildungsberuf, der Teilnehmer lernt also bereits Teile dessen, was später in der Ausbildung dran ist. Der Betrieb schließt mit dem Teilnehmer einen Vertrag und zahlt eine Vergütung, die Agentur für Arbeit beteiligt sich mit einem Zuschuss.

Am Ende stellt die Kammer auf Antrag ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme aus. Geht der Teilnehmer anschließend in eine Ausbildung im gleichen Beruf, kann die Zeit der Einstiegsqualifizierung unter Umständen angerechnet werden, sodass sich die Ausbildung verkürzt. Wie das funktioniert, findest du unter Ausbildungszeit verkürzen und verlängern.

Für den Betrieb ist die Einstiegsqualifizierung eine Möglichkeit, einen Bewerber über längere Zeit kennenzulernen, bevor man sich für eine Ausbildung entscheidet. Ein Restaurant, das einen jungen Mann mit wenig Deutschkenntnissen einstellen möchte, kann ihn über die EQ an die Abläufe in der Küche heranführen, während er parallel einen Sprachkurs besucht.

Wer von den Instrumenten profitiert

Beide Instrumente richten sich an junge Menschen, die ohne Unterstützung schlechtere Chancen auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss hätten. Das können Jugendliche mit schwachen Schulleistungen oder Lernschwierigkeiten sein, Menschen mit Sprachproblemen, junge Geflüchtete oder Bewerber, die schon einmal eine Ausbildung abgebrochen haben. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter entscheidet im Einzelfall, ob eine Förderung möglich ist.

Auch Betriebe profitieren. Sie erschließen sich Bewerbergruppen, die sie sonst vielleicht aussortiert hätten, und bekommen bei Problemen Unterstützung. Gerade in Branchen, in denen Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, kann das den Unterschied machen. Wer sich mit Heterogenität bei Azubis beschäftigt, stößt schnell auf diese Instrumente.

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So nutzt dein Betrieb die Förderung

Der erste Ansprechpartner ist der Arbeitgeber-Service der örtlichen Agentur für Arbeit. Dort erfährst du, welche Instrumente in deiner Region angeboten werden, welcher Träger zuständig ist und welche Voraussetzungen gelten. Auch die Ausbildungsberater der zuständigen Stelle kennen die Angebote und können vermitteln.

Die Assistierte Ausbildung kann vom Azubi selbst beantragt werden, der Betrieb kann den Anstoß aber geben. Ein sinnvoller Moment ist das Gespräch nach einer schlechten Zwischenbilanz, etwa einem schwachen Berufsschulzeugnis. Sprich den Azubi offen darauf an und erkläre, dass die Unterstützung kein Makel ist. Viele junge Menschen empfinden Nachhilfe zunächst als peinlich und lehnen ab, wenn man es ungeschickt anspricht. Die Einstiegsqualifizierung beantragt der Betrieb vor Beginn bei der Agentur für Arbeit, nachdem er sich mit einem Bewerber geeinigt hat.

Ehrlich gesagt sind die Instrumente kein Selbstläufer. Die Qualität der Träger schwankt, und die Abstimmung zwischen Betrieb, Träger und Berufsschule kostet Zeit. Wo sie gut funktionieren, retten sie aber Ausbildungsverhältnisse, die sonst gescheitert wären, und helfen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.

Was du für die Prüfung wissen solltest

In der AEVO-Prüfung reicht es meist, die Instrumente zu kennen und richtig einzuordnen. Typische Fragen: Ein Bewerber hat schwache Noten, aber im Praktikum überzeugt, welche Möglichkeiten hat der Betrieb? Oder: Ein Azubi droht in der Berufsschule zu scheitern, welche externe Unterstützung gibt es? Erwartet wird, dass du die Assistierte Ausbildung und die Einstiegsqualifizierung nennst, den Unterschied erklärst und die Agentur für Arbeit als Ansprechpartner kennst. Konkrete Fördersätze werden in der Regel nicht abgefragt.

Im Fachgespräch kann das Thema auftauchen, wenn du eine Ausbildungssituation mit einem Azubi präsentierst, der Lernschwierigkeiten hat. Prüfer fragen dann gern, was du tust, wenn deine eigenen Mittel im Betrieb nicht reichen. Eine gute Antwort zeigt beides: dass du zuerst selbst hinschaust und mit dem Azubi sprichst, und dass du weißt, wo es externe Hilfe gibt und wie du den Kontakt herstellst.

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Häufige Fragen

Nein. Die Kosten für den Träger übernimmt die Agentur für Arbeit, für Azubi und Betrieb ist die Teilnahme kostenlos.

Nein. Sie ist ein vorbereitendes Praktikum mit eigenem Vertrag. Ein Ausbildungsvertrag wird erst danach geschlossen, wenn beide Seiten das wollen.

Nicht automatisch. Persönliche Themen bleiben vertraulich, über Lernstand und Ausbildungsverlauf stimmen sich Träger und Betrieb aber in der Regel ab, wenn der Azubi einverstanden ist.

Oliver Misch
Oliver Misch
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